(ots) - Am 27. März 2014 haben erneut tausende Beschäftigte
des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen in ganz Deutschland
an Warnstreiks teilgenommen. Neben Aktionen an den Flughäfen in
Frankfurt und Stuttgart gab es Demonstrationen und Kundgebungen in
Bochum, Magdeburg, Kiel, Schwerin und Erfurt.
Die Beschäftigten des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport
signalisierten mit einem Warnstreik ihre Bereitschaft, den Ton im
Arbeitskampf zu verschärfen. "Wenn wir wollen, dass die nächste
Verhandlungsrunde in Potsdam ein Ergebnis bringt, dann müssen wir
jetzt dafür kämpfen", sagte dbb Verhandlungsführer Willi Russ vor den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. "Wir haben alle ein Recht auf gute
und gerechte Bezahlung. Deshalb kämpfen wir für 100 Euro Sockel und
3,5 Prozent mehr Einkommen." Auch am Flughafen Stuttgart hat es einen
Warnstreik gegeben. Der stellvertretende Vorsitzende der dbb
Bundestarifkommission Andreas Hemsing sagte auf der dortigen
Kundgebung: "Unsere Forderung ist gerecht. Die Konjunktur zieht
wieder an, die Steuereinnahmen sprudeln wie nie: Deshalb werden wir
nicht länger hinnehmen, dass die Krise der öffentlichen Haushalte mit
Geld aus den Portemonnaies der Beschäftigten bezahlt werden soll."
In Bochum trafen sich mehr als 8.000 Angestellte und Beamte zu
einem zentralen Protestmarsch. Weite Teile der Stadtverwaltung waren
dort im Ausstand, auch die städtischen Kindertageseinrichtungen,
Stadtwerke, die Verkehrsbetriebe Bogestra, Job-Center sowie Alten-
und Pflegeheime wurden bestreikt. Ulrich Silberbach,
stellvertretender dbb Bundesvorsitzender, forderte die Arbeitgeber
bei der Kundgebung vor dem Rathaus auf, "noch eine kräftige Schippe
draufzulegen, wenn sie sich mit uns einigen wollen. Der öffentliche
Dienst in Deutschland sucht in seiner Funktionstüchtigkeit weltweit
seinesgleichen, er ist Garant für den Erfolg des
Wirtschaftsstandortes. Aber die Rechnung anständig bezahlen will
niemand; Das lassen wir nicht durchgehen."
An der Kundgebung in Magdeburg haben sich Beschäftigte unter
anderem aus Stadt- und Gemeindeverwaltungen, von kommunalen Betrieben
und Berufsfeuerwehren, aus Kindertagesstätten sowie der Bundesanstalt
für Arbeit und der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland
beteiligt. Maik Wagner, Vorsitzender des dbb sachsen-anhalt, verwies
auf die Problematik des fehlenden Nachwuchses im öffentlichen Dienst:
"Unsere Forderung nach einer Erhöhung der Azubi-Entgelte und der
unbefristete Ãœbernahme aller Auszubildenden sind wichtig, denn die
Jugend ist angesichts des hohen Durchschnittsalters der Beschäftigten
unverzichtbar. Die Arbeitgeber müssen heute mehr denn je um
Nachwuchskräfte werben."
Dass die Geduld der Beschäftigten mit den Arbeitgebern am Ende
ist, betonte die Chefin des dbb schleswig-holstein, Anke Schwitzer,
auf einer Kundgebung in Kiel: "Unsere Forderungen liegen seit Wochen
auf dem Tisch, und wir erwarten einen vernünftigen Abschluss. Ich
kann Bund und Kommunen nur raten, das Taktieren aufzugeben und
gemeinsam mit uns ein anständiges Ergebnis zu erzielen."
Für Dietmar Knecht, den Vorsitzende des dbb
mecklenburg-vorpommern, ist die Ursache für zögerlichen Haltung der
Arbeitgeber, dass diese die Leistung der Beschäftigten als
Selbstverständlichkeit hinnehmen. "Scheinbar funktioniert der
öffentliche Dienst in Deutschland viel zu gut. So gut, dass, man euch
den Respekt schuldig bleibt, für eure engagierte Arbeit auch
angemessen bezahlt zu werden", sagte Knecht zu den Demonstranten vor
der Staatskanzlei in Schwerin. "Wir wollen aber gutes Geld für unsere
gute Arbeit."
Auf die Notwendigkeit einer angemessenen Bezahlung wies auch
Burkhard Zamboni, stellvertretender Vorsitzender des tbb beamtenbund
und tarifunion thüringen, bei einer Kundgebung in Erfurt hin: "Am
Ende zählt, was die Kolleginnen und Kollegen im Portemonnaie haben -
und hier haben die Arbeitgeber noch längst nicht genug
Bewegungsbereitschaft gezeigt."
Pressekontakt:
dbb - beamtenbund und tarifunion
Dr. Frank Zitka
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