(ots) - Die Geheimdienste fünf westlicher Staaten suchen
flächendeckend und systematisch nach verwundbaren Computersystemen
und nutzen bisher unbekannte Sicherheitslücken aus. Hacienda heißt
das Programm, durch das die Dienste die Steuerung der Systeme
übernehmen, weitere Ziele anvisieren und diese zur Verschleierung
ihres eigenen Datenverkehrs einsetzen können. Das belegen Dokumente,
die einer Gruppe Journalistinnen und Journalisten von heise online
(www.heise.de) exklusiv vorliegen.
Am heutigen Freitagmorgen berichtet heise online ausführlich über
das staatliche Hackerprogramm Hacienda. Auf der GNU-Hacker-Konferenz
stellen die beiden Wissenschaftler der TU München, der Emmy Noether
Nachwuchsgruppenleiter Dr. Christian Grothoff und der Master-Student
Julian Kirsch, am Vormittag die Ergebnisse der Auswertung der als
streng geheim eingestuften Dokumente in Garching bei München vor.
"Bisher gab es keine Belege dafür, dass Nachrichtendienste
dermaßen massiv und flächendeckend Server auf der ganzen Welt
angreifen", erläutert Jürgen Kuri, stellvertretender Chefredakteur
von heise online. "Solche Angriffe sind normalerweise die Domäne von
Cyberkriminellen und kommen einer Kolonisierung des Internet gleich."
Konkret bedeutet Hacienda, dass jede offene Tür auf einem
Computersystem ausgenutzt werden kann, jede verschlossene ist eine
Aufforderung zum Angriff und jedes Endgerät, das mit dem System
kommuniziert, ein Zielsystem. Hinter dem Programm stehen
Geheimdienste aus den USA (NSA), aus Großbritannien (GCHQ), Kanada,
Australien und Neuseeland, der sogenannte Five-Eye-Club.
Über die genauen Zahlen der Einbrüche und kolonisierten Endsysteme
sagen die Dokumente nichts aus. Doch sie lassen kaum Zweifel daran,
dass es eine große Anzahl sein muss, schreibt heise online.
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