(ots) -
Sperrfrist: 23.09.2016 20:00
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- Klinikgruppe und "Hamburger Abendblatt" belohnen mutiges Handeln
von Laien und zeichnen drei Lebensretter aus
- Herzdruckmassage rettet jedes Jahr 5.000 Menschenleben in
Deutschland
Die Asklepios Kliniken und das "Hamburger Abendblatt" haben heute
drei Lebensretter für ihren vorbildlichen Einsatz ausgezeichnet. Die
drei Hamburger Preisträger stehen beispielhaft für medizinische
Laien, die im richtigen Moment die richtige Entscheidung getroffen
haben und mit einer Herzdruckmassage ein Menschenleben gerettet
haben. Der Asklepios Lebensretterpreis wird seit 2015 jährlich
vergeben - in diesem Jahr erstmals in Kooperation mit dem "Hamburger
Abendblatt". Die Leser der Zeitung hatten nach einem Aufruf zunächst
eine Vielzahl von Kandidaten gemeldet und dann nach einer Vorauswahl
durch eine Jury über die fünf besten Vorschläge abgestimmt. Die drei
Sieger wurden heute während eines Festaktes mit 120 Gästen durch den
Medizinischen Direktor der Asklepios Kliniken, die Chefredaktion des
Abendblattes und eine Vertreterin der Gesundheitsbehörde prämiert.
Sie dürfen sich jeweils einen Herzenswunsch im Wert von 1.000 Euro
erfüllen.
"Ziel dieser Preisverleihung ist es, noch mehr Menschen zu
ermutigen, im Notfall mit einer Herzdruckmassage zu helfen, nach dem
Motto: 'Prüfen, Rufen, Drücken'. Die einfache Botschaft lautet: Man
kann nichts falsch machen!", sagte Prof. Christoph U. Herborn,
Medizinischer Direktor der Asklepios Kliniken, bei der Ãœbergabe der
Lebensretter-Medaille an Uwe Heldewig, einen der Preisträger. Der
71-jährige hatte einen zusammengebrochenen Mitspieler bei einem
Hockeyspiel im vergangenen November per Herzdruckmassage und mit dem
Einsatz eines Defibrillators so lange am Leben erhalten, bis der
Notarzt eintraf. Der zweite Preisträger ist Jörg Hattermann (48), der
während seines Sommerurlaubs in Dänemark von seinem Segelboot aus
einen Mann leblos im Wasser treiben sah und ihn dann an Land zog und
per Herzdruckmassage und Beatmung am Leben hielt, bis nach zwanzig
Minuten der Notarzt eintraf. Der dritte Asklepios-Lebensretterpreis
2016 ging an Isabell-Stephanie Spitzer (25), die im Frühjahr bei
einem Einkaufsbummel in einem Hamburger Shopping-Center einer Frau
zuhilfe eilte, die vor ihr an der Warteschlange einer Kasse
kollabiert war. Mit einer Herzdruckmassage und einer
Mund-zu-Mund-Beatmung rettete sie der Frau das Leben. Als der
Rettungswagen eintraf, war sie wieder wach und ansprechbar.
Zum Hintergrund: In Deutschland gibt es nach Angaben des Deutschen
Reanimationsregisters pro Jahr etwa 5.000 erfolgreiche
Wiederbelebungen außerhalb von Kliniken. Einen großen Anteil daran
haben Laien, die noch vor Eintreffen des Notarztes eine
Herzdruckmassage durchführen. Bei insgesamt 75.000 zu reanimierenden
Fällen in Deutschland ist die Zahl der Geretteten aus Sicht der
Mediziner aber noch viel zu niedrig. Sie ließe sich durch häufigeres
beherztes Eingreifen deutlich erhöhen, auf 10.000 oder sogar 15.000.
"Noch immer wissen viele nicht, was im Notfall zu tun ist, oder sie
scheuen sich, Gelerntes anzuwenden", sagt Prof. Stefan Oppermann vom
Asklepios Institut für Notfallmedizin (IfN) in Hamburg. Der
plötzliche Herztod zählt zu den drei häufigsten Todesursachen in
Deutschland, 150.000 Menschen sterben jedes Jahr daran. "Schon nach
drei Minuten ohne Wiederbelebungsmaßnahmen - und damit ohne eine
Sauerstoffversorgung - kann es zu bleibenden Schäden im Gehirn
kommen. Ohne eine Herzdruckmassage sinkt die
Überlebenswahrscheinlichkeit um zehn Prozent pro Minute", erläutert
Prof. Oppermann. "Man sollte also nicht zögern, sondern sofort
handeln. Und ganz wichtig: Jeder kann sein Wissen, etwa aus
Erste-Hilfe-Kursen von der Führerscheinprüfung, wieder auffrischen.
Da genügen schon 30 Minuten Training, und das geht sogar bequem
zuhause, etwa mit dem aufblasbaren Ãœbungsmodell 'MiniAnne' samt
Lehrfilm auf DVD, das es als Set im Handel gibt", so Prof. Oppermann.
Jeder kann Leben retten
Es kann immer und überall passieren: Ein Mensch liegt leblos auf
dem Boden, atmet nicht mehr, kein Puls zu fühlen. Mediziner sprechen
dann von einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Hier gilt es, keine Zeit zu
verlieren und sofort zu handeln, und zwar mit einer Herzdruckmassage,
am besten im Rhythmus des Songs "Stayin' Alive" der Bee Gees - und
dann solange durchführen, bis der Rettungsdienst oder der Notarzt
kommt. Was kaum bekannt ist: 70 Prozent aller Betroffenen werden in
häuslicher Umgebung wiederbelebt, und nahezu 40 Prozent der Patienten
sind jünger als 65 Jahre. Fast immer sind es daher zunächst
medizinische Laien, die erste Hilfe leisten. Und es sind immer mehr,
die sich zutrauen, eine Herzdruckmassage durchzuführen. 31 Prozent
waren es laut Reanimationsregister in 2014. Zum Vergleich: In den
Jahren davor lag die Quote im Mittel noch bei 20 Prozent. "Das ist
zwar ein deutlicher Fortschritt, aber bei Weitem nicht genug", sagt
Prof. Oppermann vom Asklepios Institut für Notfallmedizin. Er
verweist auf Studien und Statistiken aus unseren Nachbarländern, in
denen die Bürger dank früher und häufiger Wiederbelebungsschulungen
und wiederholtem Training viel häufiger Menschenleben retten. Die
Spitzenplätze in Europa nehmen die Niederlande und Schweden mit
Quoten von 70 und 60 Prozent ein. Auch die Dänen, Norweger und
Tschechen sind deutlich eher als Deutsche bereit, eine lebensrettende
Herzdruckmassage durchzuführen. "Umso wichtiger ist es, hierzulande
für Aufmerksamkeit beim Thema Leben retten durch Herzdruckmassage zu
sorgen", betont Prof. Herborn, Medizinischer Direktor bei Asklepios.
"Der Asklepios Lebensretterpreis soll genau dazu dienen." Die
Asklepios Klinikgruppe, die bundesweit rund 150 Einrichtungen
betreibt und mit ihren 45.000 Mitarbeitern pro Jahr mehr als zwei
Millionen Patienten versorgt, wird künftig auch an anderen Standorten
einen Lebensretter-Preis ausloben, um vorbildliches Handeln zu
belohnen.
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