(ots) - Die Stichwahl, die auf die französische
Präsidentenwahl am Sonntag folgt, wird zu einer weiteren Stärkung des
rechtsextremen Front National führen, prognostiziert Oskar
Lafontaine, früherer Vorsitzender der Partei Die Linke, in einem
exklusiven Gastkommentar für die Tageszeitung junge Welt. Dies gelte
auch, wenn Emmanuel Macron über Marine Le Pen siegen sollte: »Er
steht für eine Fortsetzung der Austeritätspolitik«, gerade deshalb
werde er von den »neoliberalen Einheitsparteien« in Deutschland
unterstützt. »Die Fortsetzung der bisherigen Politik wird den
europäischen Zusammenhalt weiter schwächen.«
Lafontaine, der im März als Spitzenkandidat für Die Linke bei der
Landtagswahl im Saarland angetreten war, bezeichnete das gute
Abschneiden des französischen Linkskandidaten Jean-Luc Mélenchon als
»ermutigend«. Mélenchon habe erkannt, dass Europa eine neue
Wirtschafts- und Währungsordnung benötige: »Der durch Währungs- und
Lohndumping begünstigte deutsche Exportnationalismus zerstört den
europäischen Zusammenhalt«, so Lafontaine. Wäre die französischen
Parti Socialiste bereit gewesen, Mélenchon zu unterstützen, hätte
eine Stichwahl mit Le Pen verhindert werden können, kritisiert
Lafontaine.
Das Gastkommentar von Oskar Lafontaine erscheint am Dienstag, 25.
April, in der Tageszeitung junge Welt. Medienvertretern senden wir
gerne vorab die komplette Fassung zu.
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