(ots) - Nachbessern
Vermutlich werden es die Regierungsparteien in dieser Wahlperiode
nicht mehr schaffen, ein Gesetz zum Verbot der kommerziellen
Sterbehilfe auf den Weg zu bringen. Das ist sehr bedauerlich. Dabei
hatten sich CDU/CSU und FDP bereits 2009 im Koalitionsvertrag
geeinigt: Sie wollten "die gewerbsmäßige Vermittlung von
Gelegenheiten zur Selbsttötung" unter Strafe stellen. Es sollte nicht
sein, dass jemand Schwerkranken die Hilfe zum Suizid als ganz normale
Dienstleistung anbietet und Geschäfte damit macht. Doch der
Referentenentwurf aus dem Haus von Justizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger führt nicht weiter und ist nicht
praxistauglich. Er würde Trickserei erlauben und Missbrauch eine
Hintertür öffnen.
Gern wird Sterbehilfe als Erlösung von menschlichem Leiden
dargestellt, als gäbe es keine Alternativen. Doch wenn die Tötung auf
Verlangen gesellschaftlich akzeptiert würde, hätte dies eine
schädliche Wirkung, weil sie das gefährliche Signal aussenden würde,
dass schwer krankes oder behindertes Leben weniger schützenswert sein
könnte.
Die Empörung nicht nur von Ärzten belegt, dass die Abgeordneten
noch viel diskutieren müssen. Und dass es nötig ist, den Entwurf
nachzubessern. Sonst wird sich der Proteststurm so schnell nicht
legen. Denn Ärzte wollen keine Todeshelfer sein - und sie dürfen es
auch nicht. Das verbietet ihnen schon die Berufsordnung.
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