(ots) - Ministerin Ursula von der Leyen hat Schulschwänzern
den Kampf angesagt und sie will vor allem Eltern stärker in die
Pflicht nehmen. Das scheint zunächst einmal eine berechtigte
Forderung zu sein: Die Zahl der Kinder, Jugendlichen und jungen
Erwachsenen, die ihrer Schulpflicht nicht nachkommen, steigt an.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass etwa jeder zehnte Schüler
auffällig wird. Ausgeprägt ist dies an Haupt- und Berufsschulen. Das
Schulschwänzen geht oft einher mit einer Entwicklung zur
Kriminalität. Ein Präventionsprojekt in Niedersachsen hat ergeben,
dass nicht alle Schulschwänzer strafrechtlich in Erscheinung treten.
Nahezu alle kriminell gewordenen jungen Leute hatten aber irgendwann
ihre Schulpflicht versäumt.
Von der Leyens aktuelle Forderung ist plakativ. Und sie bietet
keine neuen Lösungswege an. Denn das Problem ist längst erkannt. Es
gibt Bußgeldzahlungen für die Eltern, die Jugendlichen haben damit zu
rechnen, dass sie Sozialarbeit verrichten müssen oder in besonders
krassen Fällen in Beugearrest kommen. Strafen also gibt es - sogar
bis hin zum Entzug des Sorgerechtes für die Eltern.
Politisch heftig umstritten ist, ob diese Bußgelder, die
Sozialarbeit und vor allem auch die Haftstrafen für Jugendliche
überhaupt wirksam sind. Verstärken sie nicht sogar die Gefahr der
Kriminalisierung? Es geht hier um ein eminent wichtiges
gesellschaftliches Thema. Und es geht darum, dass wir Gefahr laufen,
einen Teil unserer Jugend ins Abseits zu drängen.
Einfach nur draufhauen, das ist die schlechteste Methode. Es hilft
nur, auf langfristig greifende, präventive Konzepte zu setzen. Die
gibt es längst und sie sind hoffentlich erfolgreich.
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Andreas Kathe
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