(ots) - Wer angesichts des starken Zuzugs von Ausländern
hierzulande in Wehgeschrei ausbricht, sollte sich die jetzt
vorgelegte Statistik erst einmal sehr genau anschauen. Dann wird er
oder sie sehr schnell erkennen, dass die aktuelle Entwicklung
keineswegs dramatisch ist. Von einer gewaltigen Fluchtwelle aus den
durch die Schuldenkrise in die Rezession abrutschenden Euroländern
Spanien, Griechenland und Portugal kann keine Rede sein. Aus
Griechenland kamen im ersten Halbjahr 15700, aus Spanien 11000
und aus Portugal gerade einmal 2000 Menschen nach Deutschland. Was
sich in Prozentzahlen gewaltig ausnimmt, ist in der Realität mehr als
überschaubar. Vor allem, wenn man auf die fast 90000 Menschen schaut,
die im ersten Halbjahr allein aus Polen kamen, einem Land, dem es in
nahezu jeder Hinsicht gut geht, weil es seine Hausaufgaben
vorbildlich erledigt hat. Sie laufen nicht davon, sondern werden im
Handwerk, auf dem Bau, im Dienstleistungs- und Pflegebereich dringend
gebraucht. Denn hier deckt das innerdeutsche Angebot die Nachfrage
bei Weitem nicht. Deutschland kann den Zuzug der Menschen aus den
südlichen Euroländern angesichts seiner niedrigen Arbeitslosenquote
von gerade einmal 6,5 Prozent also problemlos verkraften, es gibt
keinerlei Grund zur Panik. Richtig schlimm wird die Entwicklung
jedoch für die Länder sein, denen die Menschen den Rücken kehren.
Denn unter ihnen dürften viele sein, die trotz ihrer zum Teil
exzellenten Ausbildung zu Hause keinen Job bekommen. Auf sie warten
hierzulande viele Unternehmen, die händeringend Fachkräfte suchen.
Sie werden in Spanien Griechenland und Portugal auf dem Weg aus der
Rezession fehlen. Das ist das Problem, das uns wirklich
Bauchschmerzen machen sollte.
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