(ots) - Note muss ehrlich sein
Eine Verschärfung der Kriterien für den Pflege-TÜV ist überfällig.
Denn die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen brauchen ehrliche
Angaben und keine geschönten Informationen wie in einem
Werbeprospekt. Es darf nicht darum gehen, wie geschickt sich die
Heime an die Prüfverfahren anpassen. Und deren Betreiber sollten
damit leben, dass die Bewertung aussagekräftige Angaben enthält.
Die Suche nach einer geeigneten Pflegeeinrichtung ist für die
Betroffenen ohnehin meist schwierig genug. Zwar können die Noten
stets nur eines von mehreren Kriterien für die Wahl eines Heimes
sein. Wenn jedoch fast alle Einrichtungen gute Durchschnittsnoten
erhalten und diese Bewertung aber nicht automatisch eine gute
Qualität bedeutet, lohnt sich der mit viel Bürokratie verbundene
Aufwand durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung nicht.
Dann wird nur Geld zum Fenster herausgeschmissen.
Entscheidend ist, ob das Personal in den Heimen fachgerecht
arbeitet, damit die Pflegebedürftigen nicht etwa unter
Druckgeschwüren und Flüssigkeitsmangel leiden müssen. Um ihre
verantwortungsvolle Tätigkeit in guter Qualität leisten zu können,
brauchen die Pflegekräfte entsprechend gute Arbeitsbedingungen und
eine angemessene Entlohnung. Dafür zu sorgen ist nicht nur eine Sache
der Selbstverwaltung. Gefragt ist auch die Politik, konkret: die
nächste Bundesregierung.
Christof Haverkamp
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