(ots) - Beten? Wer macht denn so was? Es gibt fast nichts
mehr unter dem Sternenzelt, für das es keinen Welttag gibt. Erfunden
werden müsste eigentlich nur noch der Welttag des Staubkorns. Es ist
auch nicht auf Anhieb zu begreifen, warum die Menschheit den heutigen
Weltgebetstag nur für Frauen braucht. Ob es am Ende ein Mann war, der
ihn erfunden hat? Einer, der dachte: Die haben es nötig? Frauen haben
aus der Sicht religiöser Führer - meist Männer - oftmals einen
schweren Stand und werden gerne im Grenzbereich der Sünde verortet.
Wie auch immer - dass es einen Weltgebetstag überhaupt gibt, macht
mehr Sinn, als manch einer denkt. Die Antwort auf die oben gestellte
Frage: Wer macht denn so was? lautet: Jeder. Jeder betet, auch wenn
er glaubt, dass er es nicht tut und an nichts glaubt. "Herrgott
nochmal!" "Ich wünschte, du wärst dort, wo der Pfeffer wächst!"
"Verflucht!" "Heiliger Strohsack!". Die Liste der Stoßgebete, die uns
tagtäglich über die Lippen gehen, ist lang und wird ständig um neue
Wortkreationen erweitert. Dazu Tausende von Songs, die sich dieses
Themas bedienen und millionenfach gekauft, abgespielt und
nachgesungen werden. Einige Texter bekennen sich zu einer Religion,
andere streiten jede Gläubigkeit an ein höheres Wesen ab, wieder
andere beschwören den Teufel oder zitieren Geister herbei. Einer lobt
und verehrt Gott, der Zweite die Natur und der Dritte das Geld. Man
kann es drehen und wenden, wie man will: Glaube und Religiosität
gehören zum Menschsein - und damit auch das Gebet. Die Frage ist nur,
an wen es sich richtet. Fluchen wir ins Nichts? Sprechen wir unsere
Wünsche an niemanden aus? Beten wir Gott an? Engel? Aliens? Felsen,
Bäume, Wunderheiler? Das Angebot ist riesig. Es liegt am Absender, ob
er sich damit beschäftigen will. Dieser Kommentar tut es.
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