(ots) - Die Macht der Bilder lässt kein Beschönigen des
Misshandlungsskandals in den Flüchtlingsheimen zu. Die zur Schau
gestellte Erniedrigung von Menschen, die eigentlich bei uns Schutz
suchen, bietet wenig Raum für politische Ausflüchte. Stattdessen wird
von der Ministerpräsidentin bis zum Regierungspräsidenten eine
Erklärung angeboten, die einen nicht weniger fassungslos macht: Die
Krisenherde der Welt haben die Flüchtlingszahlen in NRW derart in die
Höhe schnellen lassen, dass angesichts der logistischen
Herausforderung "Standards" bei Unterkunft und Betreuung der
Betroffenen nicht mehr kontrolliert werden konnten.
Unfein übersetzt bedeutet dies: Man musste Schutzbefohlene
vorbestraften Schlägern überlassen, weil die Not groß ist und die
Arbeit ja irgendwer erledigen muss.
Kontrollversagen als Fluch der Verhältnisse? Die stark gestiegenen
Flüchtlingszahlen sind fraglos eine Belastungsprobe für die
Landesbehörden. Zumal der Bund nicht nachkommt mit der Bearbeitung
von Asylanträgen und in den Kommunen niemand ein Flüchtlingsheim als
neuen Nachbarn wünscht. Ohne Improvisationskunst und private
Dienstleister würde das System der Erstaufnahme vollends kollabieren.
Bei der menschenunwürdigen Unterbringung von Flüchtlingen darf es
aber keine Abstriche geben.
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