Geschichten erzählen gegen den Klimawandel
schichten erzählen gegen den Klimawandel
Energie sparen, Emissionen reduzieren, das Klima schonen - umweltrelevantes Handeln wird uns Mediennutzern häufig in Nachrichtensendungen oder Zeitungsberichten ans Herz gelegt. Doch was, wenn der Appell zum Sprit sparenden Autofahren Teil einer erfundenen Geschichte ist? Medienpsychologen der Universität Koblenz-Landau haben den Einfluss fiktionaler Darstellungen auf das umweltfreundliche Verhalten von Leserinnen und Lesern untersucht. Die Studie ist im "Journal of Communication" erschienen.
Um den Einfluss einer Kurzgeschichte auf ökologische Verhaltensweisen zu beleuchten, haben Prof. Dr. Markus Appel und seine Kollegin Martina Mara vom Institut für Kommunikationspsychologie und Medienpädagogik der Universität Koblenz-Landau eine dreiseitige Unterhaltungsgeschichte mit Informationen zu Sprit sparendem Autofahren versehen. Nach der Lektüre wurden die Leserinnen und Leser gefragt, wie sehr sie die effizienzsteigernden Maßnahmen, die im Text geschildert wurden, in Zukunft selbst anwenden werden. Gefragt wurden die Studienteilnehmer beispielsweise, ob sie künftig mehr auf eine ökonomische Fahrweise achten oder mit möglichst niedriger Drehzahl fahren werden. "Zahlreiche medienpsychologische Studien der vergangenen Jahre deuten bereits darauf hin, dass fiktionale Erzählungen die Einstellungen und Überzeugungen der Rezipienten beeinflussen", erklärt Appel. Und zwar selbst dann, wenn die Leser bestens darüber Bescheid wüssten, dass es sich um eine erfundene Geschichte handele. "Bislang gab es aber keine stichhaltige Forschung zu Fiktionen im Hinblick auf Umweltverhalten, obwohl solche Wirkungen beispielsweise im Kontext des Films ?Avatar? breit diskutiert wurden", so der Studienautor.
Umweltrelevante Unterhaltungsangebote führen zu Einstellungsänderung
Appel und Mara, die bis vor kurzem an der Johannes Kepler Universität Linz tätig waren, konnten in ihrer experimentellen Studie zeigen, dass die mit Umwelt-Informationen versehene Geschichte zu einer signifikant verstärkten Absicht führte, sich umweltfreundlicher zu verhalten. Als sie die Autofahrer drei Wochen später zu ihrem tatsächlichen Fahrverhalten befragten, zeigten sich allerdings weniger klare Effekte. Ein weiteres Ergebnis: Der Einfluss umweltrelevanter Inhalte ist stärker, wenn eine vertrauenswürdige Figur sie in der Geschichte vermittelt. Demnach kann ein Story-Charakter, der als unglaubwürdiger Fiesling Tipps zu Sprit sparendem Fahren gibt, im Mittel geringere Auswirkungen auf die ökologischen Absichten der Rezipienten erzielen. Trotzdem: "Überzeugungsänderungen durch Spielfilme, Romane und Co. resultieren meist nicht aus genauen Überlegungen. Sie passieren ohne dass wir intensiv über eingebundene Argumente nachdenken", so Appel. Er verweist auf die Möglichkeit, durch die Verbreitung ökologisch relevanter Botschaften in Spielfilmen, Serien und Romanen das Verhalten der Menschen zum Wohle der Umwelt zu verändern. Er gibt aber auch zu bedenken, dass das Einschmuggeln nichtfiktionaler Informationen in Unterhaltungsangebote viele ethische Fragen aufwerfe.
Die Studie:
Appel, M. Mara, M. (2013). The persuasive influence of a fictional character?s trustworthiness. Journal of Communication, 63, 912-932. Die Studie ist unter folgendem Link abrufbar:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jcom.12053/abstract
Link zum Volltext als Preprint:
http://aom.jku.at/files/2013_Appel-Mara_The-persuasive-influence-of-a-fictional-characters-trustworthiness.pdf
Kontakt:
Prof. Dr. Markus Appel
Fachbereich Psychologie
Institut für Kommunikationspsychologie und Medienpädagogik
E-Mail:
appelm@uni-landau.de
Telefon: +49 (0)6341 280-36714
Sekretariat: +49 (0)6341 280-36711
Pressekontakt:
Pressestelle Campus Landau
Kerstin Theilmann
Tel.: +49 (0) 6341 280-32219
E-Mail:
theil@uni-koblenz-landau.de
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Energie sparen, Emissionen reduzieren, das Klima schonen - umweltrelevantes Handeln wird uns Mediennutzern häufig in Nachrichtensendungen oder Zeitungsberichten ans Herz gelegt. Doch was, wenn der Appell zum Sprit sparenden Autofahren Teil einer erfundenen Geschichte ist? Medienpsychologen der Universität Koblenz-Landau haben den Einfluss fiktionaler Darstellungen auf das umweltfreundliche Verhalten von Leserinnen und Lesern untersucht. Die Studie ist im "Journal of Communication" erschienen.
Um den Einfluss einer Kurzgeschichte auf ökologische Verhaltensweisen zu beleuchten, haben Prof. Dr. Markus Appel und seine Kollegin Martina Mara vom Institut für Kommunikationspsychologie und Medienpädagogik der Universität Koblenz-Landau eine dreiseitige Unterhaltungsgeschichte mit Informationen zu Sprit sparendem Autofahren versehen. Nach der Lektüre wurden die Leserinnen und Leser gefragt, wie sehr sie die effizienzsteigernden Maßnahmen, die im Text geschildert wurden, in Zukunft selbst anwenden werden. Gefragt wurden die Studienteilnehmer beispielsweise, ob sie künftig mehr auf eine ökonomische Fahrweise achten oder mit möglichst niedriger Drehzahl fahren werden. "Zahlreiche medienpsychologische Studien der vergangenen Jahre deuten bereits darauf hin, dass fiktionale Erzählungen die Einstellungen und Überzeugungen der Rezipienten beeinflussen", erklärt Appel. Und zwar selbst dann, wenn die Leser bestens darüber Bescheid wüssten, dass es sich um eine erfundene Geschichte handele. "Bislang gab es aber keine stichhaltige Forschung zu Fiktionen im Hinblick auf Umweltverhalten, obwohl solche Wirkungen beispielsweise im Kontext des Films ?Avatar? breit diskutiert wurden", so der Studienautor.
Umweltrelevante Unterhaltungsangebote führen zu Einstellungsänderung
Appel und Mara, die bis vor kurzem an der Johannes Kepler Universität Linz tätig waren, konnten in ihrer experimentellen Studie zeigen, dass die mit Umwelt-Informationen versehene Geschichte zu einer signifikant verstärkten Absicht führte, sich umweltfreundlicher zu verhalten. Als sie die Autofahrer drei Wochen später zu ihrem tatsächlichen Fahrverhalten befragten, zeigten sich allerdings weniger klare Effekte. Ein weiteres Ergebnis: Der Einfluss umweltrelevanter Inhalte ist stärker, wenn eine vertrauenswürdige Figur sie in der Geschichte vermittelt. Demnach kann ein Story-Charakter, der als unglaubwürdiger Fiesling Tipps zu Sprit sparendem Fahren gibt, im Mittel geringere Auswirkungen auf die ökologischen Absichten der Rezipienten erzielen. Trotzdem: "Überzeugungsänderungen durch Spielfilme, Romane und Co. resultieren meist nicht aus genauen Überlegungen. Sie passieren ohne dass wir intensiv über eingebundene Argumente nachdenken", so Appel. Er verweist auf die Möglichkeit, durch die Verbreitung ökologisch relevanter Botschaften in Spielfilmen, Serien und Romanen das Verhalten der Menschen zum Wohle der Umwelt zu verändern. Er gibt aber auch zu bedenken, dass das Einschmuggeln nichtfiktionaler Informationen in Unterhaltungsangebote viele ethische Fragen aufwerfe.
Die Studie:
Appel, M. Mara, M. (2013). The persuasive influence of a fictional character?s trustworthiness. Journal of Communication, 63, 912-932. Die Studie ist unter folgendem Link abrufbar: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jcom.12053/abstract
Link zum Volltext als Preprint: http://aom.jku.at/files/2013_Appel-Mara_The-persuasive-influence-of-a-fictional-characters-trustworthiness.pdf
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Datum: 15.12.2014 - 18:15 Uhr
Sprache: Deutsch
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