(firmenpresse) - Düsseldorf/Berlin - Diversifikation, Wachstum durch Zukäufe, Konzentration auf das Kerngeschäft - wechselnde Managementstrategien dieses Zuschnitts prägten in den vergangenen Jahrzehnten die Wirtschaft und insbesondere die Grossunternehmen. Doch die grosse Zeit der strategischen Beratungsphilosophien ist nach Auffassung vieler Experten vorbei.
"Heute suchen Unternehmen nach eigenen Wegen, um unter den schwierigen Rahmenbedingungen zu bestehen", berichtet die Welt. Viele Konzerne hätten sich in den vergangenen Jahren sämtliche Consultingmoden gefallen lassen und Strategien gewechselt wie Unterwäsche. Mittlerweile sei eine regelrechte Beraterallergie entstanden und Budgets für die klassische Beratung würden radikal gekürzt. "Die Umsetzung der Strategien und Konzepte der grossen Beratungshäuser zieht häufig erhebliche Probleme nach sich", so die Erfahrung von Udo Nadolski, Geschäftsführer der Düsseldorfer IT-Personalberatungsfirma Harvey Nash http://www.harveynash.de. Die Strategien seien zumeist wissenschaftlich abgehandelt, ohne Bezug zur Praxis, was die Umsetzung problematisch mache. "Unser Hauptproblem in dem Umfeld ist immer, die Unternehmen davon zu überzeugen, dass dieses für doch sehr viel Geld hochwertig entwickelte Konzept zumindest in Teilen nicht umsetzbar ist," klagt Nadolski. Gott sei Dank setze sich zumindest in der Wirtschaft die Auffassung durch, "dass Führung nicht aus dem Auswendiglernen von Managementtechniken besteht", so Nadolski.
Unternehmensführer sollten in der Lage sein, Ungewisses, Rätselhaftes und Unvorgesehenes zu ertragen, ohne ständig aufgeregt nach Fakten und Logik zu suchen. Entscheidungen, die im Bewusstsein der Zweifel getroffen werden, seien meist besser, als Entscheidungen, bei denen die Zweifel verdrängt wurden. Richtig gehegte Zweifel könne man nutzen, eine wohl durchdachte Handlung zu unterstützen. Friktionen, Zufälle, bahnbrechende Entdeckungen, konjunkturelle Bewegungen oder politische Entwicklungen seien nicht hinreichend planbar. Schon immer habe es aber Konzerne gegeben, die sich den allgemeinen Strömungen entzogen hätten. Und meist seien sie mit dieser Einstellung nicht schlecht gefahren. "So hätten in fast ketzerischer Weise einige Unternehmen an ihrer breiten Aufstellung auch festgehalten, als die Konzentration auf das Kerngeschäft en vogue war. General Electric, Thyssen Krupp oder Siemens seien Beispiele, die sich keinen Managementtrends unterworfen und an ihrer breiten Aufstellung festgehalten haben", berichtet die Welt.