(ots) - Der Ausstieg aus der klimaschädlichen Braunkohle hat
längst begonnen und er wird irgendwann in den kommenden drei
Jahrzehnten auch vollendet sein. Wann genau, hängt von vielen Dingen
ab, von der Politik zuvörderst, vom technischen Fortschritt, vom
Fortgang der Energiewende und dabei nicht zuletzt davon, wie lange
noch konventioneller Grundlaststrom benötigt wird und zugleich
günstig sein soll. Den vermutlich geringsten Einfluss auf das
Auslaufdatum hat der Landesentwicklungsplan.
Die rot-grüne Landesregierung rettet drei Dörfer, mehr nicht. Die
nach wie vor zum Abbau freigegebenen Mengen an Braunkohle würden noch
immer bis Mitte des Jahrhunderts reichen. Dass sie wirklich
ausgeschöpft werden, daran glaubt aber nicht einmal mehr RWE selbst.
Insofern sind grüne Jubelrufe ebenso verfehlt wie liberale
Horrorszenarien einer Deindustrialisierung.
Für das Klima ist es ohnehin nicht entscheidend, wie lange
Braunkohle noch verfeuert wird, sondern wie viel. Je mehr Ökostrom
die Netze flutet und vor allem je mehr die Netze davon künftig
aufnehmen können, desto weniger werden die verbleibenden Kohle- und
Gaskraftwerke ausgelastet sein. Die Politik muss aber die Frage
beantworten, welche Kraftwerke zu welchen Konditionen als Reserve für
wind- und sonnenarme Zeiten übrig bleiben sollen.
Braunkohle als Brennstoff mit der schlechtesten CO2-Bilanz ist
auch der günstigste, weshalb die klimaschonenderen Gaskraftwerke
derzeit meist stillstehen. Will die Politik dem Klima zuliebe mehr
auf Gas setzen, wird sie höhere Preise vertreten müssen. So oder so
läuft es auf einen Kapazitätsmarkt hinaus. Nach der Bundestagswahl
2017 kommt das Thema zurück auf die Tagesordnung. Ebenso wie ein
sozialverträglicher Ausstieg aus der Braunkohle. Dann wird über die
Zukunft des Rheinischen Reviers zu entscheiden sein, nicht vorher.
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