(ots) -
Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in
Mecklenburg-Vorpommern und Berlin verbessert sich auch bundesweit die
Stimmung für die AfD. Vor allem die Union muss dabei Federn lassen,
die SPD stagniert auf niedrigem Niveau.
Projektion
Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die
CDU/CSU nur noch auf 33 Prozent (minus 2) und die SPD unverändert auf
22 Prozent. Die Linke könnte auf 10 Prozent (plus 1) zulegen und die
Grünen blieben unverändert bei 13 Prozent. Die FDP käme auf 5 Prozent
(minus 1), die AfD verbesserte sich auf 13 Prozent (plus 2) und die
anderen Parteien zusammen erzielten 4 Prozent (unverändert). Damit
gäbe es weiterhin eine Mehrheit für CDU/CSU und SPD, von den
politisch denkbaren Dreierbündnissen würde es auch reichen für eine
Koalition aus CDU/CSU, Grüne und FDP - nicht aber für Rot-Rot-Grün.
Koalitionsmodelle
Zurzeit gibt es für keine der realistischen Koalitionen eine
mehrheitliche Unterstützung in der Bevölkerung: Noch die geringste
Ablehnung erfährt eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen, die 38
Prozent als eher gut, aber 40 Prozent als eher schlecht bewerten. Die
große Koalition wird nur von 37 Prozent als eher gut aber von 41
Prozent als eher schlecht beurteilt, und eine Koalition aus SPD,
Grünen und Linke findet nur bei 33 Prozent Zustimmung, bei 51 Prozent
aber stößt sie auf Ablehnung. (Rest zu 100 Prozent hier und im
Folgenden "egal" bzw. "weiß nicht").
Rolle der AfD
Sollte die AfD nach der Bundestagswahl im Bund mitbestimmen
können, erwarten 9 Prozent, dass sie dann eine (viel) bessere Politik
als die anderen Parteien machen würde, 13 Prozent sehen da keinen
Unterschied und 70 Prozent gehen davon aus, dass dann die Politik
(viel) schlechter werden würde. Dass der Einfluss der AfD zu einer
besseren Politik führen würde, sehen mehrheitlich nur die Anhänger
der AfD. Entsprechend ist auch eine Mehrheit von 55 Prozent dafür,
dass es keinerlei Zusammenarbeit der anderen Parteien mit der AfD
geben sollte, 41 Prozent halten eine solche Forderung für falsch.
Unionsstreit über Flüchtlingspolitik
Die Forderung von CSU-Chef Horst Seehofer, den Zuzug von
Flüchtlingen pro Jahr auf 200.000 zu begrenzen, finden 54 Prozent gut
und 42 Prozent schlecht. Mehrheitliche Unterstützung erfährt er dabei
bei den Anhängern der AfD (84 Prozent), der FDP (59 Prozent) und der
CDU/CSU (53 Prozent). Dass sich letztlich Merkel in der
Flüchtlingspolitik durchsetzen wird, glauben 54 Prozent aller
Befragten, 38 Prozent rechnen eher mit einem Erfolg Seehofers
(CDU/CSU-Anhänger: 63 Prozent Merkel / 30 Prozent Seehofer).
TOP TEN
Jetzt liegt Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier wieder
knapp auf Platz eins der Liste der zehn wichtigsten Politikerinnen
und Politiker. Er erreicht einen Durchschnittswert von 2,1 (August:
2,0) auf der Skala von +5 bis -5. Auf Platz zwei kommt Winfried
Kretschmann mit 2,0 (August: 2,1). Es folgen Wolfgang Schäuble mit
1,7 (August: 1,6) und Angela Merkel mit 1,1 (August: 1,0). Danach
kommen Gregor Gysi mit 1,0 (August: 0,9), Thomas de Maizière mit 0,7
(August: 0,8), Sigmar Gabriel mit 0,5 (August: 0,4) und Ursula von
der Leyen mit 0,3 (August: 0,6). Auf Platz neun liegt jetzt Horst
Seehofer mit deutlich verschlechterten 0,3 (August: 0,7) vor Sahra
Wagenknecht mit minus 0,2 (August: minus 0,3).
K-Frage
Wenn Angela Merkel wieder als Kanzlerkandidatin antritt, fänden
das 54 Prozent aller Befragten gut (CDU/CSU-Anhänger: 86 Prozent) und
42 Prozent nicht gut. Eine Kanzlerkandidatur von Sigmar Gabriel
fänden 41 Prozent (SPD-Anhänger: 57 Prozent) gut und 49 Prozent nicht
gut. Wenn Merkel und Gabriel als Kanzlerkandidaten ins Rennen gingen,
wäre 56 Prozent aller Befragten Merkel als Kanzlerin lieber als
Gabriel, der nur auf 30 Prozent kommt. Mehrheitlich präferiert wird
dabei Merkel von den Anhängern der CDU/CSU (92 Prozent), der FDP (76
Prozent), der Grünen (66 Prozent) und der Linke (50 Prozent). Gabriel
liegt nur bei der SPD (57 Prozent) und der AfD (44 Prozent) vor
Merkel.
US-Präsidentschaftswahlen: Klare Präferenzen und Erwartungen der
Deutschen
Weiterhin sehr einhellig wünschen sich 87 Prozent aller Befragten
Hillary Clinton als nächste US-Präsidentin, Donald Trump wollen nur 5
Prozent. Einen Wahlsieg Clintons erwarten 72 Prozent, 17 Prozent
setzen da auf Trump.
Interrail-Ticket als EU-Geschenk zum 18. Geburtstag
Im EU-Parlament wird zurzeit der Vorschlag diskutiert, dass die
Europäische Union jedem ihrer Bürger zum 18. Geburtstag ein
Interrail-Ticket schenkt, mit dem er dann vier Wochen mit der Bahn
kostenlos durch Europa reisen kann. Das finden 56 Prozent gut und 40
Prozent lehnen es ab.
Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer
Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der
Zeit vom 20. bis 22. September 2016 bei 1.241 zufällig ausgewählten
Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ
für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich
beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei
Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund +/- zwei
Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 34 Prozent,
SPD: 22 Prozent, Linke: 10 Prozent, Grüne: 14 Prozent, FDP: 5
Prozent, AfD: 13 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF
am Freitag, 14. Oktober 2016. Weitere Informationen zur Methodik der
Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf
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http://heute.de
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