(ots) - Am 25. März 1957 gründeten Belgien, Deutschland,
Frankreich, Luxemburg, Italien und die Niederlande in Rom die
Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und die Europäische
Atomgemeinschaft. Aus Anlass des 60. Jahrestages der Unterzeichnung
der Römischen Verträge erinnern der Vorsitzende des Rates der
Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich
Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz,
Kardinal Reinhard Marx, an die friedenspolitische Bedeutung der
Unterzeichnung. In einer gemeinsamen Erklärung würdigen beide die
Römischen Verträge als Grundlage für ein Zusammenwachsen Europas, das
bis heute Frieden und Wohlstand für Europa garantiere und zu einem
Symbol freiheitlichen Lebens in der Welt geworden sei.
"Europa muss Konsequenzen aus den Zerwürfnissen der vergangenen
Jahre ziehen und seine derzeitige tiefe Krise überwinden. Die EU ist
mehr als die Summe ihrer Mitgliedstaaten. Sie muss für die
zahlreichen aktuellen Herausforderungen besser aufgestellt sein und
darf sich nicht auseinanderdividieren lassen", so Kardinal Marx und
Landesbischof Bedford-Strohm. "Eine engere Zusammenarbeit wäre in
vielen Bereichen dringend geboten. So brauchen wir eine faire
Handels-, eine solidarische Flüchtlings- und eine abgestimmte Außen-
und Sicherheitspolitik. Gleichzeitig sollte die EU ihr soziales
Profil schärfen und den Bürgerinnen und Bürgern besser vermitteln,
dass sie zur Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse beiträgt."
Beide Vorsitzenden betonen, dass die Kirchen auch heute zur
Überwindung innereuropäischer Gräben beitragen wollen: "Wir haben
weiter Hoffnung für Europa! Die heutige Erinnerung an die Gründung
der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und die damit verbundene
Erfolgsgeschichte für Frieden und Einheit sollten uns als Christen
zum tatkräftigen Bekenntnis für Europa ermutigen. Die Präsenz der
Gemeinden vor Ort sowie die vielfältigen ökumenischen Kontakte in
Europa wollen wir noch stärker dazu nutzen, den Austausch unter den
Menschen zu unterstützen und Zeichen der europäischen Verbundenheit
zu setzen."
Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm appellieren an die
politisch Verantwortlichen, die besondere moralische Verantwortung
Europas in der Welt wahrzunehmen: "Auch in der Krise darf sich Europa
nicht selbst genug sein, sondern muss für eine Entwicklung der ganzen
Welt in Frieden und Gerechtigkeit Sorge tragen."
Hinweis:
Die Gemeinsame Erklärung ist unter www.dbk.de und www.ekd.de
verfügbar.
Hannover, 23. März 2017
Pressestelle der EKD
Carsten Splitt
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