(ots) - Deutschland muss jährlich 12 Milliarden Euro
zusätzlich in Bildung investieren, um die demografischen
Herausforderungen, die Digitalisierung oder die Integration von
Flüchtlingen zu bewältigen. Die positive Entwicklung im
Bildungssystem hat in den letzten Jahren bundeslandübergreifend an
Dynamik verloren. Um vor diesem Hintergrund weiterhin
Aufstiegschancen und Teilhabe zu stärken, hat das Institut der
deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale
Marktwirtschaft (INSM) eine Bildungsagenda im Rahmen des
Bildungsmonitors 2017 entwickelt.
Das zusätzliche Geld muss zielgerichtet in jenen Bereichen
eingesetzt werden, die für die Gestaltung der Digitalisierung und des
demografischen Wandels sowie für die Integration der Zuwanderer
besonders wichtig sind.
"Bereits Auf dem Dresdner Bildungsgipfel 2008 haben Bund und
Länder gemeinsam beschlossen, die Bildungsausgaben bis 2015 auf 7
Prozent des BIP zu steigern. Dieses Ziel wurde auch im Jahr 2016 noch
nicht erreicht. Wir möchten die Bundesregierung im Vorfeld der Wahl
an ihre Zusage erinnern und legen mit der Bildungsagenda einen
Vorschlag vor, an welchen Stellen die Anstrengungen noch deutlich
verstärkt werden müssen", so Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der
INSM.
So sollten die für Deutschland ermittelten zusätzlichen
Bildungsausgaben jährlich konkret auf folgende Bereiche aufgeteilt
werden:
- 5,0 Milliarden Euro für mehr Plätze und Qualität in der
frühkindlichen Bildung,
- 3,5 Milliarden Euro für Integration,
- 2,7 Milliarden Euro für den Ausbau von Ganztagsschulen und
- 0,8 Milliarden Euro für Studierende aus dem Ausland an deutschen
Hochschulen.
Zudem sollte durch verbesserte Rahmenbedingungen der
Qualitätswettbewerb an Schulen gefördert werden, statt Zeit und
Ressourcen in Strukturdebatten zu verschwenden. Die
Bildungsfinanzierung muss vom Kopf auf die Füße gestellt werden.
Konkret bedeutet dies, sozialverträglich gestaltete und nachgelagerte
Studiengebühren - beispielsweise in Höhe von 500 Euro pro Semester -
einzuführen und im Gegenzug KITA-Beiträge der Eltern im gleichen
Umfang zu reduzieren.
Studienleiter Prof. Dr. Axel Plünnecke vom IW Köln erklärt:
"Untersuchungen zeigen, dass gezielt eingesetzte zusätzliche
Bildungsausgaben in KITAs und an Ganztagsschulen, Maßnahmen zur
Integration und mehr Kapazitäten für Zuwanderung über die Hochschulen
einen Beitrag zu mehr Wachstum und Gerechtigkeit leisten und sich
langfristig auch für die öffentliche Hand auszahlen."
Zum Hintergrund:
Die Studie Bildungsmonitor 2017, die eine Bestandsaufnahme zur
Leistungsfähigkeit des Bildungssystems der 16 Bundesländer vornimmt,
erscheint am 17.08.2017. Das hier vorab vorgestellte Sonderkapitel
des Bildungsmonitors beleuchtet eine Bildungsagenda zur Stärkung von
Wachstum und Gerechtigkeit.
Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist ein
überparteiliches Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
Sie wirbt für die Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft in
Deutschland und gibt Anstöße für eine moderne marktwirtschaftliche
Poli-tik. Die INSM wird von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und
Elektro-Industrie finanziert.
Pressekontakt:
Kontakt INSM
Julia Saalmann (saalmann(at)insm.de; 030 27 877 178)
Studienleiter IW Köln
Prof. Dr. Axel Plünnecke (pluennecke(at)iwkoeln.de; 0221 4981 701)
Original-Content von: Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), übermittelt durch news aktuell