(ots) - Der katholische Theologe David Berger hat
überrascht auf Äußerungen von Papst Franziskus zur
Homosexuellen-Thematik reagiert. Papst Franziskus hatte nach Angaben
einer chilenischen Internetseite am 6. Juni vor lateinamerikanischen
Kirchenvertretern Korruption im Vatikan und die Existenz eines
homosexuellen Netzwerks beklagt.
In einem Interview mit dem Radiosender NDR Kultur erklärte David
Berger: "Ich hatte gehofft, dass mit dem neuen Pontifikat auch die
geradezu neurotische Fixiertheit auf das Homothema, die Benedikt XVI.
umgetrieben hat, auch zu Ende geht. Und diese Hoffnung ist jetzt ein
Stück weit zerstört worden durch diese Worte des Papstes."
Der katholische Theologe erklärte, dass es durchaus homosexuelle
Zusammenschlüsse im Vatikan gebe. Diese seien aber rein pragmatischer
Natur, urteilte Berger. Es gehe darum, sich abzusprechen, wo man zum
Beispiel Sexualpartner bekommen könne. David Berger erklärte, die
Zusammenschlüsse dienten dazu, im Vatikan Sexualität ausleben und
trotzdem Karriere machen zu können. In diesen Netzwerken gebe es auch
gewisse Förderungen. Berger sagte: "Das heißt, wenn man weiß, der ist
auch schwul, dass der dann eher Chancen hat, in dem jeweiligen
Vatikanministerium aufzusteigen, wo eben auch ein schwuler Kardinal
oder ein schwuler Bischof das Sagen hat."
David Berger hat als Theologie-Professor an der päpstlichen
Thomas-Akademie in Rom gelehrt. Im Jahr 2010 veröffentlichte er das
Buch: "Der heilige Schein: Als schwuler Theologe in der katholischen
Kirche". Im Mai 2011 wurde ihm daraufhin die Lehrerlaubnis als
katholischer Religionslehrer entzogen. Das vollständige Gespräch mit
David Berger ist heute, Mittwoch, 12. Juni, ab 19.05 Uhr in der
Sendung "Journal" auf NDR Kultur zu hören.
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