Rückt Working Capital in den Hintergrund? / Deloitte-Studie analysiert Kapitalbindung der umsatzstärksten deutschen Unternehmen

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(ots) - Die Working-Capital-Studie von Deloitte
zeigt, dass sich das Verhältnis Umsatz zu Working Capital in den
letzten Jahren kaum verändert hat - laut Geschäftsberichtanalyse der
227 umsatzstärksten deutschen Unternehmen. In einem anhaltend
günstigen Finanzierungsumfeld haben die Firmen ihre
Umlaufvermögensbindung seit 2010 nur geringfügig verbessert: Die
Nettobindung in Tagen blieb auf unverändertem Niveau, Reichweite der
Forderungen und Dauer der durchschnittlichen Lieferantenfinanzierung
erhöhten sich - wobei die Maschinenbauindustrie und die
Energiewirtschaft die größten Verbesserungen aufzeigen. Die relative
Kapitalbindung hängt dabei mit der Umsatzgröße der Unternehmen
zusammen und ist bei umsatzschwachen besonders hoch. Firmen mit hohem
Verschuldungsgrad weisen ein niedrigeres Working Capital aus als
geringer verschuldete. Unabhängig von der Branche haben Unternehmen
mit höheren Liquiditätsbeständen die längste Kapitalbindungsdauer.
Als Fazit der Studie sollten Unternehmen nicht erst bei niedriger
Liquiditätsausstattung handeln und damit Optimierungspotenziale des
Working Capital früher nutzen.

"Die Working-Capital-Entwicklung deutscher Unternehmen zeigt, dass
das Thema Working-Capital-Optimierung momentan durch das
konjunkturelle Umfeld und die günstigen Finanzierungsbedingungen
nicht im Fokus steht - andere Managementthemen bekommen derzeit
größere Aufmerksamkeit. Daher ist ein unverändertes oder sogar
erhöhtes Working Capital zu verzeichnen, sodass dessen
Innenfinanzierungsmöglichkeiten ungenutzt bleiben", sagt Carsten
Lehberg, Partner Restructuring Services bei Deloitte.

"Cash-to-Cash-Zyklus" nahezu unverändert Das mit der Finanzkrise
2010 erreichte Niveau in der Umlaufvermögensreichweite hat sich
seither nicht verbessert. Obwohl die Cashflow-Optimierung als




Top-Priorität von CFOs gilt, liegt die Netto-Umlaufvermögensbindung
in Tagen (C2C-Zyklus) branchenübergreifend bei 57. Transport- und
Logistikunternehmen weisen die geringste Kapitalbindungsdauer auf,
gefolgt vom Energiesektor und der Informations- und
Telekommunikationsbranche. Größter Optimierungsbedarf besteht beim
Maschinenbau und der Elektroindustrie, die ein Nettoumlaufvermögen
von durchschnittlich fast drei Monaten zeigen.

Branche Kapitalbindungsdauer in Tagen (C2C)
Transport u. Logistik 4
Energie 28
Information u. Telekommunikation 31
Handel 32
Dienstleistung 46
Automobil/-zulieferer 52
Konsumgüter 56
Chemie u. Pharma 74
Sonstige 76
Elektronik u. Elektrotechnik 84
Maschinenbau 89

Abhängigkeit von Unternehmensgröße

Unternehmen diverser Umsatzgröße zeigen deutliche Unterschiede im
Working Capital: Die größte Umlaufvermögensbindung haben Unternehmen
mit weniger als einer Milliarde Euro Umsatz (64 Tage). Firmen mit ein
bis fünf Milliarden Euro Umsatz liegen mit 61 Tagen über dem
Gesamtdurchschnitt von 56 Tagen. Ein deutlich geringeres Working
Capital weist die höchste Umsatzklasse ab fünf Milliarden Euro aus:
44 Tage.

Optimierung bei Verschuldung besonders wichtig

Unternehmen mit negativer Profitabilität haben ein
überdurchschnittliches Working Capital. Ihre Kapitalbindungsdauer
liegt bei 63 Tagen. Firmen mit geringer positiver Rentabilität weisen
das branchenübergreifend niedrigste relative Umlaufvermögen und mit
31 Tagen die im Durchschnitt niedrigste Kapitalbindungsdauer auf.
Effektives Cashflow-Management gewinnt mit steigendem
Verschuldungsgrad an Bedeutung: Während sich bei gering (<10%)
verschuldeten Unternehmen eine Kapitalbindungsdauer von 62 Tagen
niederschlägt, liegt der Wert höher (>30%) verschuldeter Unternehmen
bei nur 36 Tagen.

Höhere Liquidität - größere Kapitalbindung

Im Vergleich zum Vorjahr konnten die untersuchten Unternehmen
ihren absoluten Liquiditätsbestand um zehn Milliarden Euro auf 153
Milliarden Euro erhöhen. Insgesamt verfügen 99 Unternehmen (44%) über
eine Liquiditätsreichweite von mehr als 30 Tagesumsätzen und leisten
sich mit durchschnittlich 65 Tagen tendenziell die größte
Kapitalbindungsdauer.

"Wie die Studie zeigt, besteht nach wie vor großes Potenzial zur
Verbesserung der Innenfinanzierung durch Optimierung des
Umlaufvermögens", erklärt Carsten Lehberg. "Viele Unternehmen wenden
sich erst dann dem Working-Capital-Management zu, wenn eine
Verbesserung der Liquidität bzw. eine Reduzierung der Verschuldung
vonnöten ist. Ein Ansatzpunkt, um dieses Potenzial auszuschöpfen, ist
in einer prozessübergreifenden Betrachtung und Steuerung zu suchen,
beispielsweise durch die Nutzung umfangreicher Data Analytics."

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Datum: 23.04.2015 - 09:30 Uhr
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