(ots) - Welche Antworten gibt die LINKE auf die Ängste der
Menschen? Michael Hirz spricht mit Sahra Wagenknecht über ihre
Position innerhalb der LINKEN, ihre Idee einer neuen
Wirtschaftsordnung und ihre Kritik an der Europäischen Union.
"Ich glaube, wir haben im letzten halben Jahr oft den Fehler
gemacht, dass wir uns als Partei zu sehr haben auch für die
Merkelsche Politik mitverhaften lassen", sagt Sahra Wagenknecht, die
Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Deutschen Bundestag. Wagenknecht
spricht sich dafür aus, das Profil der Partei wieder stärker zu
schärfen.
In ihrem aktuellen Buch denkt die prominente
Kapitalismuskritikerin über eine alternative, gerechtere
Wirtschaftsordnung nach: "Wenn wir in einer freien, demokratischen,
innovativen, wohlhabenden und gerechten Gesellschaft leben wollen,
müssen wir den kapitalistischen Wirtschaftsfeudalismus überwinden."
Wagenknecht hält in ihrem Buch auch ein Plädoyer für den
Nationalstaat, in dem Demokratie und Sozialstaat erkämpft worden
seien. Die europäischen Verträge und Institutionen hingegen, schreibt
Wagenknecht, hätten die Demokratie "geschliffen".
Sahra Wagenknecht ist promovierte Volkswirtin, Publizistin,
Politikerin. Seit Oktober 2015 ist sie Vorsitzende der Linksfraktion
im Deutschen Bundestag. Von 2010 bis 2014 war sie stellvertretende
Parteivorsitzende, von 2004 bis 2009 Abgeordnete des
Europaparlaments.
Aktuell bläst der Fraktionschefin der LINKEN der Wind kräftig ins
Gesicht. Vertreter des linken Flügels der Partei kritisieren
Wagenknecht in einem offenen Brief für Interview-Äußerungen, in denen
sie mit Blick auf die Flüchtlinge vor "Ghettoisierung" und
"Parallelwelten" warnt und sagt, es könnten nicht alle Flüchtlinge
nach Deutschland kommen. Dies seien Formulierungen, die an
"rechtspopulistische Argumentationsmuster erinnern" würden, heißt es
in dem offenen Brief.
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