(ots) - Der tagtägliche Unterrichtsausfall an den
NRW-Schulen ist ein ständiges Ärgernis. Dass die Schulministerin die
Erfassung der Fehlstunden lange mit dem Hinweis auf methodische
Probleme verweigerte, sorgte bei der Opposition zu Recht für Unmut.
Wer Unterrichtsausfall bekämpfen will, braucht zunächst Daten und
Fakten für die Planung. Im Zeitalter der Digitalisierung kann eine
vollständige Erhebung kein Teufelswerk sein. Beim Spiel mit der
Statistik kommt Ministerin Löhrmann durch einen Trick zu deutlich
besseren Ergebnissen als der Landesrechnungshof. Schließlich hat
Unterrichtsausfall viele Facetten: Das reicht vom strukturellen
Stundenausfall, weil etwa Lehrer in Naturwissenschaften fehlen, über
den verschleierten Ausfall durch "flexible Stundentafeln" bis hin zu
geplanten Ausfällen durch Fortbildungen, Klassenfahrten, Prüfungen
und Elternsprechtage. Und wenn Lehrer krank werden, springen häufig
Kollegen mit fachfremdem Vertretungsunterricht ein - dieser
Ersatzunterricht gilt nicht als Unterrichtsausfall. Da schrumpft der
fachliche Unterrichtsausfall schnell zur mathematischen Restgröße.
Wichtiger als die rein statistische Stichprobe bei Stundenausfällen
ist die Qualität des Unterrichts. In Pisa-Leistungsvergleichen
schneiden Schüler aus NRW seit Jahren national wie international
nicht gut ab. Wenn an Schulen Techniklehrer fehlen und zu wenig
Physik und Mathematik angeboten werden, drückt das die Leistungen.
Bisher hat NRW keine Lösung gefunden, wie dieser Mangel behoben
werden könnte. Der Ausfall wirkt sich besonders negativ an Schulen in
Brennpunkten aus. Deshalb ist ein zuverlässiges Schulangebot die
Grundvoraussetzung für Integration.
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