(ots) - Der Präsident des Deutschen Industrie- und
Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, warnt vor einer
überzogenen Erbschaftsteuerreform. "Wir müssen aufpassen, dass wir
keine Neidsteuer daraus machen", erklärte Schweitzer gegenüber der
Westfalenpost (Mittwochausgabe).
Es gehe um weit mehr als die fünf Milliarden Euro Steueraufkommen,
die weniger als ein Prozent des Gesamtvolumens von 700 Milliarden
Euro ausmachten. "Im Kern geht es um den Erhalt der
Wirtschaftsstruktur in diesem Land, den weltweit einmaligen Mix aus
Kleinunternehmen, Familienunternehmen und Kapitalmarkt orientierten
Großunternehmen", sagte Schweitzer, der insbesondere an
NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans appellierte, sich dieser
Verantwortung bewusst zu werden.
Nordrhein-Westfalen ist eines der Länder, das den Reformvorschlag
des Bundes im Juni abgelehnt hatte. Am Mittwoch berät der
Vermittlungsausschuss von Bund und Ländern zum wiederholten Mal über
einen Kompromiss. Die Steuer fließt in die Länderkassen. Zwingend
notwendig machte die Reform ein Bundesverfassungsgerichtsurteil aus
Dezember 2014. Die Richter halten die Steuerbefreiungen für
Betriebserben derzeit für zu weitgehend.
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